Ein Notfalltraining für die Arztpraxis ist ein essenzieller Baustein des praxisinternen Qualitätsmanagements (QM) gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Es bereitet das gesamte Praxisteam – vom Arzt bis zur medizinischen Fachangestellten (MFA) – darauf vor, in kritischen Situationen strukturiert, ruhig und Hand in Hand zu agieren.
Hier finden Sie die wichtigsten Details zu Pflichten, Inhalten und der Organisation eines solchen Trainings.
Rechtliche Grundlagen & QM-Pflicht, Qualitätsmanagement:
Die Durchführung von regelmäßigen Notfallschulungen ist über das einrichtungsinterne QM für vertragsärztliche Praxen vorgeschrieben. Nachweisbarkeit: Bei Praxis-Audits (z. B. durch die Kassenärztliche Vereinigung oder das Gesundheitsamt) muss ein aktueller Nachweis über das Notfallmanagement vorliegen.
Fortbildungspunkte:Zertifizierte Trainings werden von den Landesärztekammern meist mit 4 bis 6 Fortbildungspunkten anerkannt.
Kerninhalte eines Praxis-Notfalltrainings: Ein standardisiertes Basistraining dauert in der Regel 3 bis 4 Stunden und kombiniert Theorie mit intensiven praktischen Übungen.
Reanimation (BLS):
Herz-Lungen-Wiederbelebung nach aktuellen ERC-Richtlinien und der richtige Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED). Intubation mit Larynxtubus oder Igel
Klassische Akutsituationen: Erkennen und Behandeln von Herzinfarkt, Schlaganfall, schwerer Atemnot, epileptischen Anfällen und Hypoglykämie (Unterzuckerung).
Praxisrelevante Zwischenfälle: Management einer anaphylaktischen (allergischen) Reaktion nach einer Medikamenten- oder Impfgabe sowie Synkopen (Kreislaufkollaps).
Team-Abläufe & Kommunikation: Klare Aufgabenverteilung im Team, strukturiertes Handeln (z
Ortsbezug: Das Team trainiert direkt in den eigenen Behandlungs- und Wartezimmern unter realen Platzbedingungen.Wegeoptimierung: Laufwege zum Notfallkoffer oder Sauerstoffgerät werden im realen Umfeld getestet.Teambuilding: Die gewohnte Konstellation aus Ärzten und MFAs trainiert den Ernstfall gemeinsam.